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Der Beginn von etwas Großem

Im Frühjahrssemester 2026 haben wir das Thema "Vielleicht der Beginn von etwas ganz Großem." im Fokus.

Worum geht es dabei? Wir wollen in diesem Semester all die tollen, einzigartigen Dinge zeigen, die in der VHS ihren Anfang gefunden haben. Und das ist mehr als man denkt! Von Bandgründung bis zur Selbständigkeit, von Beziehungen bis zu Vasen: Jedes Semester starten neue, großartige Dinge in der VHS.
Lassen Sie sich hier inspirieren von den Geschichten einiger Menschen aus Buxtehude und umzu, für die in der VHS etwas Großes begonnen hat. 

Claudine Wonner

Als ich 1992 aus meinem Heimatland Belgien nach Deutschland zog und meine Tätigkeit als Gymnasiallehrerin dort beendete, wusste ich, dass ich neben der Erziehung meiner drei Kinder auch hier beruflich wieder aktiv werden wollte. Das Unterrichten war schon immer meine Leidenschaft – ein Beruf, der für mich nie Arbeit, sondern Berufung war. Der Einstieg bei der VHS im Jahr 1994 war für mich ein wahrer Glücksfall. Hier kam ich erstmals mit den deutschen Unterrichtsgepflogenheiten in der Erwachsenenbildung in Berührung – eine spannende und bereichernde Erfahrung.

Zunächst startete ich mit einem Französischkurs, doch bald erweiterte ich das Angebot: Niederländisch und Deutsch als Fremdsprache kamen hinzu. 2016 übernahm ich schließlich die Leitung der VHS Außenstelle Apensen, deren Programm ich seither mit großer Begeisterung und Engagement kontinuierlich ausgebaut habe. Heute werden dort pro Semester über 40 Kurse angeboten – etwas, worauf ich mit Stolz und
Dankbarkeit blicke.

Meine Arbeit bei der VHS erfüllt mich bis heute mit Freude. Ich durfte wunderbare Menschen kennenlernen, habe mich gut integrieren können und fühle mich hier längst zuhause. Für mich bedeutet Zugehörigkeit, offen auf andere zuzugehen und Neues mit Neugier und Herz anzunehmen. Diese Offenheit hält mich jung, lebendig und verbunden – mit den Menschen und dem Leben selbst.

Durch die VHS haben sich mir viele neue Türen geöffnet. Sie hat mir den Weg zu etwas ganz Großem gezeigt – und wurde für mich zu einem echten Tor zur Welt.

The Old Men Brothers

Von „When I’m 64“ zu The Old Men Brothers
„When I’m 64“ – dieser Titel ist mehr als nur eine Erinnerung an die Beatles. Er ist der Ursprung einer Reise, die 2021 inmitten der Pandemie begann, als die Welt stillzustehen schien. In einer Zeit, in der das Zusammensein und der Austausch zwischen Menschen stark eingeschränkt waren, entstand das VHS Projekt „When I’m 64“: ein Ort, an dem Senior*innen zusammenkommen konnten, um Musik zu machen, sich zu begegnen und gemeinsam kreativ zu sein. Der VHS Kurs läuft heute immer noch unter dem Namen „Musikwerkstatt“.
Gemeinsam Musik erleben
Die ersten Treffen waren geprägt von einer bunten Mischung aus Musiker*innen, die ihre Instrumente – Drums, Bass, Gitarre, Saxophon, Akkordeon und Percussion – mit-brachten. Zunächst ging es vor allem um das Zusammensein und den Austausch. Es war eine Gelegenheit, sich zu treffen, neue musikalische Ideen auszuprobieren und einfach Spaß zu haben. Es war weniger wichtig, eine perfekt abgestimmte Band zu sein, als vielmehr, gemeinsam Musik zu erleben und das Miteinander zu genießen. Der kreative Prozess stand im Vordergrund, und jeder brachte seine eigenen Ideen und Erfahrungen ein.
Im Laufe der Zeit wuchs die Gruppe zusammen. Aus der Vielfalt an Stimmen und In-strumenten entstand eine feste Formation, die regelmäßig probte und zunehmend ihren eigenen Sound entwickelte. Dabei war es nie nur die Musik, die uns zusammenschweiß-te – es waren die gemeinsamen Momente, das Lachen und das Teilen von Ideen, die der Band ihre Stärke verliehen.
Massimo – der musikalische Anker im VHS-Kurs
Massimo Pelliccia war der kreative Kopf und Kursleiter des ursprünglichen „When I’m 64“-Kurses, der im September 2021 ins Leben gerufen wurde, und ist auch der Kursleiter der „Musikwerkstatt“. Mit seiner musikalischen Erfahrung und Vielseitigkeit hat er uns von Anfang an begleitet und mit seiner klaren Vision das Projekt immer weiter vorange-bracht. Massimo sorgt mit seinem Gespür für Songarrangements dafür, dass wir uns ständig weiterentwickeln. Als Multiinstrumentalist bringt er frische Impulse und setzt uns als Band immer wieder neue Herausforderungen. Und wenn er nicht gerade an den Drums sitzt und uns ordentlich Rhythmus gibt, sorgt er dafür, dass wir alle richtig Gas geben. Massimo hat uns mit seinem musikalischen Wissen und seiner Erfahrung immer wieder in die richtige Richtung geführt.
Mehr als nur Musik
Was als Projekt begann, wurde für uns von „The Old Men Brothers“ weit mehr als nur eine musikalische Erfahrung. Wir bringen heute verschiede Instrumente zusammen: Klaus Dieter Brock und Thomas Harms an der E-Gitarre, Norbert Ruddat am Gesang und an der akustischen Gitarre, Rainer Pekruhn am E-Bass und Ralf Poertner am Saxo-phon. Wir zeigen auf lebendige Weise, wie Musik Menschen zusammenbringen kann und wie das gemeinsame Erleben und Austauschen von Ideen zu etwas ganz Besonde-rem führt. Nach einigen ersten kleinen Auftritten blicken wir nun voller Vorfreude auf weitere Konzerte in der Zukunft.

 

Peter Speiser

Für mich ist das „Große“, dass ich in meiner Karriere die Ausbildungsleitung in meinem damaligen Unternehmen übernehmen durfte.
Der Grundstein hierfür wurde unter anderem dadurch gelegt, dass ich durch die VHS in meiner Rolle als Kursleiter meine Begeisterung für die Wissensvermittlung entdecken durfte.
Bereits im Studium habe ich verschiedene Lehrtätigkeiten übernommen. Zusätzlich habe ich später als Kursleiter an unterschiedlichen Volkshochschulen unterrichtet. Was mir in der VHS besonders gefallen hat, war die wesentlich heterogenere Zusammensetzung der Teilnehmenden, die mit einer hohen Eigenmotivation in die Kurse kamen. Hier konnte ich feststellen, wie viel Spaß das Teilen von Wissen, das Ausprobieren unterschiedlicher (digitaler) Formate und die Erstellung passgenauer Konzepte für jede neue Gruppe macht.
VHS ist für mich aber auch ein Ort des Ausprobierens und der Offenheit. So hatte ich eigentlich als Kursleiter für EDV gestartet, mir wurde aber auch zugetraut, Kurse zu meiner anderen Leidenschaft zu geben: Doppelkopf. Wie man sich vorstellen kann, ist der Lehr-/Lernansatz hier sehr anders als bei Excel, Word und Co. Und was als Experiment begann ist mittlerweile ein fester Bestandteil des VHS-Programms.
Aus dieser Erfahrung resultiert dann auch meine Empfehlung für all diejenigen, die noch nach ihrem „Großen“ suchen oder nicht wissen, wie sie hier anfangen sollen: Einfach machen, frei denken und nicht einfach nur das nehmen, was schon immer war. Mal etwas ganz Neues ausprobieren, egal, ob als Kursleiter oder als Teilnehmer. Wo sonst als in der VHS?

 

Christina Saurin

Was siehst du Deinen persönlichen Beginn mit der VHS Buxtehude?

Mein persönlicher Beginn war 2009, da war ich 28 Jahre alt und fing damit an, dass ich als Tagesmutter arbeiten wollte. Aber dafür brauchte ich den Hauptschulabschluss. Zuerst versuchte ich es über ein Fernstudium, was mir aber überhaupt nicht lag, da ich doch den Präsenzunterricht brauchte. Also kündigte ich das Fernstudium und meldete mich bei der VHS an, um meinen Schulabschluss da zu erlangen. Zeitgleich begann ich auch die Qualifikation zur Tagesmutter, ebenfalls bei der VHS. Beide Abschlüsse habe ich im Sommer 2010 erreicht. Seitdem habe ich an vielen Fortbildungen und Angeboten von der VHS teilgenommen, hauptsächlich für meine Arbeit als Tagesmutter. Zum Beispiel habe ich 2016 die Qualifikation zur Fachkraft für Kleinkindpädagogik erfolgreich absolviert. Ich habe 15 Jahre als Tagesmutter gearbeitet. Es war eine schöne Zeit, die mich sehr erfüllt hat, aber trotzdem hatte ich diesen Traum. Ich wollte noch eine Ausbildung zur Ergotherapeutin machen, dafür fehlte mir aber was ganz Entscheidendes: der Realschulabschluss. Lange habe ich überlegt, ob ich diesen schwierigen Weg wagen soll, ich war ja nun schon 44 Jahre alt. Nach einigen Gesprächen meldete ich mich bei der VHS an. 2025 habe ich mit 45 Jahren, meinen erweiterten Realschulabschluss erlangt. Am 01.04.2026 beginne ich eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und erfülle mir somit meinen Traum. Die VHS hat mich seit vielen Jahren begleitet und mit ihr konnte ich wachsen und meine Träume erfüllen.

Was hat Dir damals besonders geholfen?

  • die Zuversicht und die Unterstützung der Dozenten
  • Rücksicht auf die Vergangenheit
  • ich fühlte mich stets ernst genommen

Was würdest Du Menschen mit auf den Weg geben, die ihr „ganz Großes“ noch nicht begonnen haben?

  • traut euch, einfach machen, es kann nur gut werden
  • man ist nie zu alt um etwas Großes zu beginnen

 

Hozan Abdulrahman

Was siehst Deinen ganz persönlichen Beginn mit der VHS Buxtehude?
Er begann mit einem Deutschkurs. Als junger Mann kam ich allein nach Deutschland. Ich war auf vielen Ebenen überfordert und hatte Angst, zu diesem Kurs zu gehen, weil ich das Schulsystem nicht kannte. Vor allem hatte ich Angst, dass dort viel von mir erwartet würde. Nach weniger als einer Woche stellte ich fest, dass es darum ging, gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden die Sprache zu lernen. Der Fokus lag auf dem gemeinsamen Lernen – nicht auf Leistungsdruck. Deshalb kann ich die Frage „Was siehst Deinen ganz persönlichen Beginn mit der VHS Buxtehude?“ so beantworten: Mein persönlicher Beginn war angstnehmend und erleichternd.

Was hat Dir damals besonders geholfen?
Mir hat besonders geholfen, genau zu wissen, was ich wollte – also mein Ziel klar vor Augen zu haben. Das erinnert einen daran, warum man das macht, was man macht und motiviert einen.

Welchen Rat würdest Du der VHS für die Zukunft geben, wenn Sie für Menschen den Beginn von etwas ganz Großem sein soll?
Mein Rat an die VHS wäre, weiterhin großen Wert darauf zu legen, die Menschen wirklich zu verstehen. Und wenn möglich, ihnen genau das zu geben, was ihnen fehlt – sei es Orientierung, Unterstützung, Selbstvertrauen oder sprachliche Sicherheit. Denn wenn man der Beginn von etwas ganz Großem sein möchte, muss man auch etwas Wertvolles mitgeben.

Was würdest Du Menschen mit auf den Weg geben, die ihr „ganz Großes“ noch nicht begonnen haben?
Dein Weg zu deinem „ganz Großen“ ist nicht so weit, wie du vielleicht denkst. Also beginne deine Reise – und gib nicht auf. Auch wenn es unterwegs zu Verzögerungen kommt: Mach einfach weiter. Denk daran: Deine Reise muss nicht perfekt sein. Viel wichtiger ist, dass du ankommst. Das Leben ist zu kurz, um nicht das zu tun, was man wirklich will.

Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg zu deinem „ganz Großen“!